Allgemeines

Zwergsiebenschläfer

Der Afrikanische Zwergschläfer, auch Zwergsiebenschläfer oder Afrikanischer Bilch, kommt - wie der Name schon sagt - aus Afrika. Dort leben sie im Regenwald beinahe ausschließlich auf Bäumen, wo sie auch ihre Nester bauen. Es gibt allerdings auch einige Arten, die in der Savanne leben - diese sind aber als Heimtiere kaum zu bekommen. Die bei uns bekannten Zwergschläfer gehören zur Gattung Graphiurus murinus, die auf Bäumen leben.

Zwergsiebenschläfer werden ca. 12 - 18 cm lang, mit Schwanz - wobei dieser ca. die Hälfte ihrer Körperlänge ausmacht. Mit ihrem buschigen Schwanz erinnern sie ein wenig an Eichhörnchen, mit denen sie auch entfernt verwandt sind. Ihre Farbe ist meist auf dem Rücken grau und am Bauch weiß mit schwarzen oder weißen Maskenzeichnungen um die Augen. Die Lebenserwartung beträgt 4 - 5 Jahre, in Einzelfällen auch mal 6 Jahre.

Die Zwergschläfer sind wie Hamster nachtaktive Tiere und sollten auch tagsüber nicht gestört werden. Auf einigen Seiten liest man, dass sie sich tagsüber leichter herausnehmen lassen, weil sie etwas länger brauchen um dann wach zu werden, und nicht so schnell sind wie wenn sie wach sind. Dabei muss man aber mal überlegen, was für einen Stress dies für das Tier bedeutet!

Die kleinen Puschelschwänze sind gesellige Tiere und brauchen unbedingt Käfiggefährten. Sie sollten niemals alleine gehalten werden, da sie sonst vereinsamen. Sie kommunizieren auch untereinander mit verschiedenen Lauten - diese reichen von einem keckernden Singsang bis hin zu lauten, pfeifenden Schreien.

Hat man aus Unwissen einen einzelnen Nager gekauft, kann man versuchen ihn zu vergesellschaften. Es kann klappen, muss aber nicht - ich habe aus unterschiedlichen Quellen verschiedene Erfahrungen berichtet bekommen. In einigen Fällen klappte es sofort, in anderen gar nicht.

Im Gegensatz zu den meisten Nagetieren die uns als Heimtiere bekannt sind, lassen sich Zwergsiebenschläfer nicht wirklich zähmen. Das mag daran liegen, dass sie noch nicht so lange domestiziert sind - was aber auch immer in Endeffekt der Grund sein mag, es ist empfehlenswert, sie von Anfang an eher als Tiere zum Anschauen zu betrachten.

Anschaffung

Bevor man sich Zwergsiebenschläfer zulegt, sollte man sich darüber im klaren sein, ob man das Tier gut versorgen kann. Es braucht regelmäßig Futter und Einstreu sowie eventuell ab und zu neue Käfigeinrichtungsgegenstände, und eventuell kommen später einmal Tierarztkosten auf einen zu.

Es ist ratsam, vor der Anschaffung zu überprüfen ob man gegen die Tiere allergisch ist. Eine Tierhaarallergie kann im Zweifel gefährlich werden. Dann muss man bedenken, dass die Tiere das ganze Jahr Pflege brauchen: Wenn man in Urlaub fahren möchte braucht man also jemanden, der sich um die Siebenschläfer kümmert.

Für Kinder sind die quirligen Nager nicht geeignet. Einmal weil sie nachtaktiv sind und Kinder nachts schlafen sollten - sie haben also nichts von dem Tier und werden eventuell gestört, wenn das Tier nachts im Käfig herumturnt. Der Hauptgrund ist aber, dass es nunmal keine Tiere zum Anfassen sind und nicht richtig zahm werden. Kinder möchten ihre Haustiere herausnehmen und streicheln, das ist mit einem Zwergschläfer nicht möglich.

Alle Fragen sind geklärt, und dem Zwergschläferkauf steht nichts im Wege? Meist wird nur der Gang zum Zoofachgeschäft bleiben, denn in Tierheimen sind die Exoten bisher eher selten. Nachfragen schadet jedoch nichts und ein kurzer Anruf im Tierheim sollte vor der Anschaffung eines Tieres immer drin sein, schließlich warten dort genügend Tiere auf einen neuen Besitzer, und wer weiß, vielleicht ist ja doch mal einer dabei. Eine Kleinanzeigenrubrik gibt es bei Rodent-Info.net.

Wenn man in einen Zooladen geht, sollte man auf jeden Fall ein paar Dinge beachten: Die Tiere sollten nach Geschlechtern getrennt gehalten werden. Ansonsten kann es passieren, dass man plötzlich ein Dutzend kleine Zwergschläferbabys hat! Auch sollten die Tiere nicht in zu engen Käfigen gehalten werden und allgemein einen gesunden und aufgeweckten Eindruck machen. Idealerweise werden die Tiere im Zooladen tierärztlich betreut.