Zähmung
Bei einem Meerschweinchen geht Liebe durch den Magen. Sie sind von Natur schreckhafte Wesen und verschwinden eigentlich bei jeder Kleinigkeit gleich in ihr Häuschen. Wir finden das nicht schön, denn schließlich wollen wir ja was von unserem Schweinchen haben!?! Wir werden uns aber wundern, wie schnell sich ein Meerschweinchen an immer wiederkehrende Geräusche gewöhnt.
Raschelt eine Tüte immer, bevor es Heu gibt, werden sie bald bei jedem Rascheln anfangen zu quieken. Es könnte ja wieder Heu geben! Die Schachtel mit dem Körnerfutter wird immer geschüttelt, bevor es Futter in den Napf gibt… und schon gibt es bei jedem Ton, der sich so anhört wie das Rascheln des Futters, ein Gequieke. Das kann nach einer Zeit das Öffnen des Kühlschrankes sein oder einfach nur die Tür zum Stall, sofern ihr Eure Schweinchen im Stall habt.
Im Geschäft bei mir, schneide ich die Karotten immer klein und tu sie in eine Edelstahlschale um sie dann zu verteilen. Alleine das Geräusch, wenn das Messer die Karotten schneidet, haben sich meine Schweinchen gemerkt und quieken ganz herzhaft und laut. Die die das Geräusch noch nicht kennen, schauen es sich bei den anderen ab und fangen auch mit an zu quieken. Es ist ein reines Pfeiffkonzert und endet erst, wenn alle ihre Karotten haben.

Viele von den Meerschweinchen nehmen die Karotten schon aus der Hand, wenn sie noch bei mir in der Verkaufsanlage sind. Ich mach mir die Mühe und versuche die Tierchen schon, bevor ich sie verkaufe, an die Hand zu gewöhnen. Es sind nicht einfach nur irgendwelche Tiere… solange sie bei mir sind, behandel ich sie, als wären sie bei mir zu Hause.
Der erste Schritt wäre getan. Das Meeri nimmt aus der Hand. Nun kann man mal versuchen es zu kraulen, bevor es die Karotte bekommt. Aber nie gegen die Fellrichtung! Hinter dem Ohr unter dem Kinn oder über den Rücken… da hat es das Meeri besonders gern. Als Belohnung gibt es die Karotte.
Ich schreib immer von Karotte. Es kann natürlich auch Gurke oder Petersilie sein. Kommt das Schweinchen freiwillig an, um sich kraulen zu lassen, dann hat man die “halbe Miete”.
Läßt man es nun in der Wohnung laufen und es kommt einem hinterher gelaufen oder es versteckt sich nicht einfach irgendwo in der Ecke, sondern ist neugierig, dann hat man bald ein superzahmes Schweinchen.
Bevor man mit alledem aber anfängt, sollte man sicher sein, daß das Meerschweinchen im Käfig an sein Futter geht und sich schon an die Umgebung gewöhnt hat. Zwingen sollte man das Schweinchen aber zu nichts.
Meerschweinchensprache
Es hilft beim Umgang mit den Meeris, wenn man ihre Sprache spricht. Hier ein paar Erläuterungen, was die verschiedenen Laute bedeuten!
Quieken:
Ein lautes Quieken, wenn es zum Beispiel Futter gibt, bedeutet betteln und Freude. Ich selbst habe dieses Quieken nie zu einem anderen Zeitpunkt gehört, als bei der Fütterung. Es ist ein monotones lautes Quieken.
Zähneklappern:
Das ist so eine Art Warnung, kann aber auch Angst bedeuten. “Laß mich in Ruhe” oder “Komm mir nicht zu Nahe”
Glucksen:
Ein mähliches leise “vor sich hin glucksen” bedeutet Zufriedenheit oder aber auch Aufmerksamkeit eines Männchen eines Weibchen gegenüber. Er läuft glucksend hinter dem Mädchen her und wiegt sein Hinterteil hin und her. Auch eine Meersaumama die ihre Kleinen gehütet, gluckst zufrieden. Meine Meerschweinchen glucksen auch, wenn mein Kaninchen meint, er müßte die Schweinchen sauberlecken.
Grunzen (fast wie Glucksen):
Imponiergehabe gegenüber einem anderen Meerschweinchen. Brunstlaute des Männchen mit wiegendem Hinterteil.
So läuft er hinter dem Mädel her… sieht ganz lustig aus… ich vergleich das immer mit “Django mit den Rasierklingen unterm Arm”
Schreien:
Ein lautes klägliches Schreien, bedeutet: Mir tut was weh oder ich schrei um mein Leben !
Gurren:
Meerschweinmännchen gurren teilweise wie Tauben. Dabei wiegen sie ihren Hintern hin und her. Das ist ein Macho- und Baggergehabe. Ich vergleiche das immer mit Männern am Strand. (Liebe Männer, seid mit bitte nicht böse.) Männer alleine am Strand lassen sich hängen, der Bauch schaut raus, der Gang ist schlurfig. Liegen aber ein paar nette Wesen am Strand: Brust raus, Kopf erhoben und ein Gang als hätten sie einen Korken im Po und dürften ihn nicht verlieren.
Vielen Dank für Text und Bild an Petra vom Calenberger Tierparadies - du bist die Beste!



