Meerschweinfutter

In ihrer Heimat in den Anden fressen Meerschweinchen hauptsächlich Gräser, ab und zu auch Zweige, Blätter und verschiedene Kräuter. Auch wenn unsere Hausmeerschweinchen anders aussehen als ihre wilden Verwandten, funktioniert ihre Verdauung doch ganz ähnlich. Meerschweinchen fressen über den ganzen Tag verteilt. Ihre Verdauung funktioniert nur, wenn sie regelmäßig Nahrung zu sich nehmen. Daher ist es bei Meeris besonders wichtig, dass sie täglich ihr Futter bekommen und immer genug Gras oder Heu haben.

Damit wäre das wichtigste schon angesprochen: Meerschweinchen brauchen hauptsächlich Gras oder, wenn es Winter ist und kein frisches Gras vorhanden ist, Heu. Idealerweise hat man einen Garten und kann regelmäßig frisches Gras pflücken. Ansonsten kann man auch auf Wiesen Gras pflücken - allerdings bitte nicht auf Hundewiesen und nicht am Straßenrand. Außerdem muss immer alles was von draußen kommt vor dem Verfüttern gründlich getrocknet werden. Zusätzlich zum frischen Gras sollte aber auch immer Heu zur Verfügung stehen, da man dieses einfach leichter in großen Mengen lagern und geben kann.

JR Farm Heu

Heu gibt es in vielen Varianten, am besten geeignet ist Kräuterheu. Frisches Heu vom Bauern ist natürlich auch sehr gut geeignet, wer darauf aber nicht zugreifen kann findet im Zoofachhandel und in den Onlineshops viele Heuvariationen, unter denen man wählen kann. Heu sollte immer zur freien Verfügung stehen, damit die Meerschweinchen immer davon fressen können. Auch wenn Gras gefüttert wird ist es ratsam.

Beim Kauf sollte man sich allerdings zunächst informieren, welches Futter die Meerschweinchen bisher bekommen haben. Grundsätzlich sollte man nie die Ernährung eines Tieres von jetzt auf heute komplett umstellen, daher informiert euch am besten gründlich, welches Trockenfutter und welche Arten von Frischfutter eure Tiere bisher bekam und damit gewohnt ist. Wenn sie bisher kein Gras und nur wenig Heu bekamen und hauptsächlich Pellets oder Trockenfutter, sollte man sie langsam umgewöhnen.

Täglich sollten die Meerschweinchen außerdem Frischfutter bekommen, das heißt Obst oder Gemüse. Damit sie es besser verdauen können sollte man kleinere Mengen Frischfutter mehrmals über den ganzen Tag verteilt reichen. Die Meerschweinchen neigen oft dazu, besonders beliebtes Frischfutter schnell herunterzuschlingen. Das kann den Darm belasten - daher lieber mehrmals kleinere Portionen. Generell sollte man mehr Gemüse verfüttern, Obst eher gelegentlich.

Nachfolgend eine kurze Übersicht über einige geeignete Obst- und Gemüsesorten:

    Obst:

  • Apfel - gut geeignet, 1-2 mal pro Woche
  • Birne - eher selten, sehr süß
  • Banane - eher selten, kann Durchfall verursachen
  • Erdbeeren - hin und wieder als Leckerei
  • Himbeeren - hin und wieder als Leckerei
  • Honigmelone - hin und wieder als Leckerei
  • Wassermelone - hin und wieder als Leckerei, Kerne werden auch gerne gegessen
  • Weintrauben - hin und wieder als Leckerei, am liebsten die kleinen ohne Kerne
    Gemüse:

  • Brokkoli - hin und wieder in kleinen Mengen
  • Eisbergsalat - s.o., gründlich waschen und möglichst Bio wegen Schadstoffen
  • Gurke - s.o., ansonsten gut geeignet
  • Karotte - sehr gut geeignet, gut für die Nagezähne
  • Kopfsalat - s.o., gründlich waschen und möglichst Bio wegen Schadstoffen
  • Kürbis - Essbare Kürbissorten eignen sich gut
  • Mais - keinen Dosenmais, frisch oder getrocknet, kleine Mengen
  • Paprika - sehr gut geeignet
  • Rucola - enthält viel Nitrat, eher selten
  • Sellerie - gut geeignet
  • Tomate - gut geeignet, grüne Stellen und Stiele entfernen - giftig

Nich geeignet ist Steinobst, es enthält sehr viel Zucker und kann zu Verdauungsproblemen führen. Zitrusfrüchte sind zu sauer und sollten ebenfalls nicht gegeben werden. Avacodos können giftig sein, daher unbedingt darauf verzichten. Die meisten Kohlsorten blähen sehr stark und können ebenfalls Verdauungsprobleme hervorrufen. Auch auf Zwiebelgewächse und scharfes Gemüse (Rettich, Radieschen) besser verzichten.

Frisches Grünfutter, sprich Pflanzen, werden auch sehr gerne gefressen. Gerade im Sommer kann man diese gut im Garten oder in der Natur pflücken. Bitte wie immer beachten, dass nicht von Straßenrändern und Hundewiesen gepflückt wird, und das Grünfutter gut waschen bevor es verfüttert wird. Bedenkenlos verfüttern kann man unter anderem Löwenzahn, Gänseblümchen, Ringelblumen, Kamille, Zitronenmelisse, Spitz- und Breitwegerich und Blüten von Sonnenblumen.

Im Zoofachhandel gibt es natürlich auch getrocknete Kräuter zu kaufen. Auf diese kann man zurückgreifen, wenn es im Winter draußen nichts zu pflücken gibt. Eine große Auswahl findet man außerdem auch in Bio- oder Kräuterläden.

Zum Abnutzen der Nagezähne sollten die Meeris regelmäßig frische Zweige bekommen. Diese kann man selber sammeln - Zweige vom Apfelbaum, Birnbaum und Haselnussstrauch sind am besten geeignet. Alternativ kann man die Zweige wie immer im Zoohandel kaufen - die meisten Zoofachgeschäfte bieten Nagerhölzer an.

Ein großes Streitthema ist Trockenfutter für Meerschweinchen. Ein Meeri, das ausreichend Heu, frisches Gras, Firschfutter und Grünfutter erhält, braucht an sich kein Trockenfutter. Meerschweinchen sind anders als die meisten Nager keine Getreidefresser und brauchen daher keine Körner, die Hauptbestandteil der meisten Nagerfuttermischungen sind. Zuviel Getreide kann dem empfindlichen Meerschweinchenmagen sogar schaden!

Dennoch bekommen viele Meerschweinchen Trockenfutter. Wenn man ein Tier übernimmt, das lange Zeit mit Trockenfutter ernährt wurde, sollte man dies zunächst eine Zeit lang beibehalten und die Ernährung erst langsam umstellen. Und wenn man unbedingt Trockenfutter geben möchte, sollte man darauf achten, dass es ein für Meerschweinchen geeignetes Futter ist, das kein oder kaum Getreide enthält und möglichst nur getrocknetes Obst und Gemüse sowie Kräuter.

Zu trinken bekommen die Meeris am besten Leitungswasser. Im Handel gibt es auch sogenannte Nager-Trunks, die aber bei einer ausgewogenen Ernährung überflüssig und somit rausgeworfenes Geld sind. Wasser reicht vollkommen aus. Man gibt es entweder in einer Nippeltränke - hier rate ich zu einer eher kleineren Tränke, lieber öfter nachfüllen als abgestandenes Wasser in der Tränke - oder aber in einem kleinen Schälchen, je nachdem was die Tiere besser annehmen. Will man die Schweinchen umgewöhnen, bietet man ihnen am besten zunächst beides an.

Salzlecksteine sind überflüssig bis gefährlich. Ein gesund ernährtes Tier erhält alle notwendigen Salze aus der Nahrung, und wenn die Meerschweinchen am Salzstein nagen, nehmen sie zuviel davon auf und könnten krank werden. Daher sollte man auf einen Salzleckstein lieber verzichten.

Leckerlis

Wie jedes Tier mögen auch Meeris hin und wieder eine Leckerei. Hier sollte man darauf achten, so wenig Zucker wie möglich zu geben. Die im Handel erhältlichen Nagerdrops zum Beispiel enthalten sehr viel Zucker, ebenso viele Nagergebäcksorten. Am besten sieht man vor dem Kauf in der Inhaltsliste nach, wieviel Zucker ein Produkt enthält. Nagerdrops enthalten außerdem Milchpulver, welches von den veganischen Meerschweinchen nicht vertragen wird. Nagergebäck enthält viel Getreide, welches die Meeris ebenfalls nicht gut vertragen.

Getrocknetes Brot, Knäckebrot oder Zwieback darf ab und zu mal sein. Entgegen der landläufigen Meinung dient es jedoch nicht den Nagezähnen. Für Menschen erscheint es hart, aber für die Nagerzähne ist es kaum der Mühe wert. Da es außerdem viel Stärke enthält, sollte es eher die Ausnahme sein. Das getrocknete Brot lieber an die Rehe im Wald verfüttern! ;)

Als Leckerchen kann man jegliches geeignete Obst und Gemüse sowie Kräuter und Blüten verwenden. Am besten findet man heraus welche Sorten die Meerschweinchen am liebsten mögen, diese Sorten eignen sich dann super als Leckerlis. Auch getrocknetes Gemüse, zum Beispiel Erbsenflocken, die man im Zoofachhandel kaufen kann, dürfen ab und zu sein.