Allgemeines

Wenn man von Mäusen als Haustiere spricht, sind damit meist die Farbmäuse gemeint. Sie sind eine Zuchtform der Hausmaus, die ihr direkter Vorfahre ist. Es gibt auch andere Arten, die als Heimtiere gehalten werden, zum Beispiel Zwergmäuse, Vielzitzenmäuse, Streifenmäuse und Stachelmäuse. Hier geht es aber um die Farbmaus, die wie die Farbratte in die Gruppe der Echten Mäuse gehört.
Mäuse sind Rudeltiere und sollten daher niemals alleine gehalten werden. Mindestens zwei Mäuse sollten es schon sein. Zwei Mäuse brauchen nicht mehr Platz als eine Maus, und sie bereiten auch nicht wirklich mehr Kosten, daher gibt es keinen Grund, weshalb eine Maus alleine leben sollte. Eine allein gehaltene Maus ist unglücklich, denn egal wie großen Bezug sie zu ihrem Menschen hat, einen tierischen Partner kann man ihr nicht ersetzen.
Die Lebenserwartung einer Farbmaus beträgt etwa eineinhalb Jahre, in Einzelfällen können sie auch älter werden - bis zu 3 Jahre sollen einige Farbmäuse schon alt geworden sein. Es gibt sie in vielen unterschiedlichen Farbgebungen von schwarz über Agouti (wildfarben) und Albino bis hin zu gescheckten Mäusen.
Einige Zuchtformen der Farbmäuse sind sogenannte Qualzuchten, deren Zucht man nicht durch ihren Kauf unterstützen sollte. Dazu gehören:
Tanzmäuse: Mäuse, meist schwarz-weiße, die ständig im Kreis herumlaufen. Das tun sie, weil sie einen Defekt der Hirnanhangdrüse haben. Sie sind meistens fast oder ganz taub, können nicht springen und klettern und haben eine sehr kurze Lebenserwartung.
Nacktmäuse: Dazu bleibt wohl nicht viel zu sagen. Mäusen ohne Fell fehlt ein wichtiger Schutz vor Kälte und UV-Strahlen.
Lockenmäuse: Durch das gewellte Haar sind auch die Wimpern gewellt und könnten die Augen bei dauernder Berührung schädigen. Das Fell ist meistens auch zu dünn.
Schwanzlose Mäuse: Der Schwanz ist für die Maus unentbehrlich zum Balancieren. Eine Maus ohne Schwanz ist genauso behindert wie ein einbeiniger Mensch.
Anschaffung
Bevor man sich Mäuse zulegt, sollte man sich darüber im klaren sein, ob man die Tiere gut versorgen kann. Die Tiere brauchen regelmäßig Futter und Wasser, man muss sich jeden Tag ein bisschen Zeit für sie nehmen, zumindest um sie zu versorgen. Eventuell kommen später einmal Tierarztkosten auf einen zu, auch das sollte man von vorneherein einkalkulieren. Mäuse haben einen recht starken Eigengeruch, damit muss man ebenfalls klarkommen.
Es ist ratsam, vor der Anschaffung zu überprüfen ob man gegen Mäuse allergisch ist. Eine Tierhaarallergie kann im Zweifel gefährlich werden. Dann muss man bedenken, dass die Tiere das ganze Jahr Pflege brauchen: Wenn man in Urlaub fahren möchte braucht man also jemanden, der sich um die Mäuse kümmert. Mäuse werden 1,5 - 2 Jahre alt, manchmal auch 3 Jahre, und haben damit eine eher kurze Lebenserwartung. Daher sollte man sich im klaren darüber sein, ob man mit dieser kurzen Lebensdauer klarkommt.
Für Kinder sind Mäuse eher nicht geeignet. Sie sind sehr schnell und wuselig und halten nicht gerne allzu lange still, sind also keine Kuscheltiere. Außerdem sind sie so klein, dass Kinder meistens noch zu ungeschickt sind, um sie richtig zu halten. Sie sind sehr zerbrechlich und ein Kind könnte eine Maus unabsichtlich verletzen.
Alle Fragen sind geklärt, und dem Mäusekauf steht nichts im Wege? Zunächst lohnt es sich, bei der Notfallvermittlung im Mäuseasyl nach Tieren in der Nähe zu suchen. Einfach dem Link folgen und auf Notfalltiere klicken. Auch bei der Mausebande gibt es eine Farbmausvermittlung. Eine Kleinanzeigenrubrik gibt es bei Rodent-Info.net. Auch bei uns im Forum findet ihr hin und wieder Vermittlungstiere, und in den Tierheimen warten ebenfalls häufig junge Mäuse aus ungeplanten Schwangerschaften auf ein neues Zuhause.
Wenn man in einen Zooladen geht, sollte man auf jeden Fall ein paar Dinge beachten: Die Tiere sollten nach Geschlechtern getrennt gehalten werden. Ansonsten kann es passieren, dass man plötzlich ein Dutzend kleine Mausebabys hat! Auch sollten die Mäuse nicht in zu engen Käfigen gehalten werden und allgemein einen gesunden und aufgeweckten Eindruck machen. Idealerweise werden die Tiere im Zooladen tierärztlich betreut.



