Käfig & Einrichtung
Die meisten im Handel erhältlichen Hamsterkäfige sind auch für Hamster definitiv zu klein. Allgemein als Hamsterknast bezeichnet, kann ein Hamster in einem solchen Käfig regelrecht verrückt werden, da er keine Möglichkeiten hat, seinen Bewegungsdrang auszuleben, und keinerlei Abwechslung. Daher sollte man lieber ein paar Euros mehr investieren, damit man sein Tier nicht unglücklich macht.
Die Mindestmaße für einen Hamsterkäfig sind 80cm x 35cm x 35cm. Bei einer Höhe von 35 cm kann man bereits eine zweite Ebene anbringen und so nicht nur die Lauffläche vergrößern, sondern auch Klettermöglichkeiten anbieten. Zwar sind Hamster nicht so ausgeprägte Kletterer wie zum Beispiel Ratten, sie turnen jedoch auch mal gerne herum. Bei Gitterkäfigen ist es daher von Vorteil, wenn der Käfig eine Querverstrebung hat. Dann rutscht der Kleine nicht am Gitter ab und kann genüsslich bis nach oben klettern.
Links seht ihr einen gut geeigneten geräumigen Käfig, den es bei Zooplus zu kaufen gibt. Das enthaltene Laufrad ist jedoch für ausgewachsene Hamster viel zu klein und sollte nicht verwendet werden! Das Holzhäuschen und die Röhren und Ebenen sind dagegen gut geeignet. Wer möchte, kann Holzzubehör vor der Verwendung noch mit Babysabberlack (DIN EN Norm 71, Teil 3) lackieren. Diese Norm zeigt an dass der Lack speichelresistent ist und dem Tier nicht schaden kann.
Bei genügend anderen Klettermöglichkeiten braucht der Hamster keinen Gitterkäfig. Mit Möbelbauplatten kann man einen Hamsterkäfig sehr gut selber basteln. Eine schöne Anleitung dazu findet ihr im Hamsterparadies. Für meinen Hamsterkäfig habe ich diese Anleitung noch ein wenig abgewandelt, so dass die Plexiglasscheiben sich seitlich aufschieben lassen statt nach oben.
Der Käfig sollte je nach Größe alle 1 - 2 Wochen gereinigt werden - allgemein gilt je größer der Käfig desto größer können die Abstände zwischen zwei Reinigungen sein. Pinkelecken sollte man auch zwischendrin ab und zu säubern und immer mal wieder übriggebliebenes Frischfutter aus dem Käfig entfernen, damit es nicht verdirbt.
Was kommt rein?
Wie bereits erwähnt sollte der Käfig mehrere Ebenen haben. Die einzelnen Ebenen kann man mit Holzbrettern oder Weidenholzbrücken verbinden, die es im Zoofachhandel zu kaufen gibt. Auch Vogelleitern sind bedingt geeignet, allerdings sollten die Entfernungen der einzelnen Sprossen zueinander nicht zu weit sein.
Ein Häuschen braucht der Hamster natürlich auch, am besten sogar zwei. So kann er eines als Schlafhäuschen benutzen und das andere als Vorratskammer. Rodipet stellt Hamsterbehausungen mit mehreren Kammern her, sogar regelrechte Hamsterwohnungen mit vier Zimmern gibt es dort.
Natürlich kann man aber auch “normale” Häuschen verwenden. Allerdings sollte ein Häuschen nicht zu klein sein. Die meisten angebotenen Häuschen für Hamster sind zu eng. Sind sie aber zu groß, werden sie häufig auch nicht von dem Hamster angenommen. Eine Länge von 20cm sollte es schon haben.
Das Schlafhäuschen wird vom Hamster dann mit allem ausstaffiert, was er zum polstern in seinem Käfig findet. Das kann Heu sein oder Hamsterwatte. Ein Stück Küchenrolle oder die Pappe davon werden auch zerkleinert. Bald wird nicht mehr viel Platz im Häuschen sein. Man sieht dann nur noch ein kleines Loch, wo gerade mal der Hamster hinein paßt. Bei der Hamsterwatte aber bitte aufpassen, daß sie vollverdaulich ist.
Eine Toilette für den Hamster kann man auch mit in den Käfig stellen. In die Ecke, in die der Hamster immer sein Geschäft verrichtet, stellt man eine kleine Ecktoilette wie sie im Handel erhältlich ist. Am Anfang tut man etwas von dem nassen Streu mit in die Toilette, dann ist es als Toilette markiert und wird in der Regel gut angenommen.
Als Einstreu eignet sich normale Kleintierstreu oder auch Hanfstreu. Da der Hamster gerne buddelt, sollte es schon eine ordentliche Schicht Streu sein. Zusätzlich kann man ihm eine Buddelkiste einrichten - entweder in einem großen Tonnapf (zum Beispiel Futternapf für Kaninchen) oder einem anderen geeigneten Behältnis. Dieses füllt man mit Chinchillasand, und der Hamster wird sich über die Sandkiste sehr freuen.
Über Laufräder sind verschiedene Hamsterrategeber geteilter Ansicht. Die einen halten es für überflüssig, die anderen für notwendig. Richtig ist, dass ein Laufrad nie einen ausreichend großen Käfig ersetzen sollte. Ich denke jedoch auch, dass es eine tolle Bewegungsmöglichkeit für den Hamster sein kann - vorausgesetzt es ist geeignet und nicht zu klein.
Für die Mindestgröße ist die Hamsterart ausschlaggebend. Ein Laufrad für Zwerghamster sollte einen Durchmesser von mindestens 20 cm haben, für Mittelhamster beträgt der Mindestdurchmesser 25 cm. So ist gewährleistet, dass der Hamster im Rad den Rücken nicht durchbiegt, sondern in seiner natürlichen Laufhaltung laufen kann.
Laufräder sollten immer eine geschlossene Lauffläche haben und eine komplett geschlossene Rückseite, an der das Rad befestigt ist. Metalllaufräder sind daher in der Regel vollkommen ungeeignet - sie haben Sprossen als Lauffläche und sind an beiden Seiten mit einer dünnen Strebe befestigt. Zwischen dieser Strebe und dem Rad entsteht ein gefährlicher Schereneffekt, das Tier kann sich dort einklemmen und schlimm verletzen.
Oben rechts sehr ihr ein Holzlaufrad von Rodipet für Mittelhamster. Diese Holzlaufräder gibt es dort in verschiedenen Größen. Neben den WodentWheels, die es auch bei Rodipet gibt, sind diese Laufräder die am artgerechtesten die es momentan zu erwerben gibt. Sie sind zwar nicht ganz billig, aber die Gesundheit des Tieres sollte einem diese Investition schon wert sein.
Zu guter Letzt kann man dem Hamster noch allerlei Geäst und Gehölz zum spielen und verstecken, zum nagen und zum klettern geben. Weidenbrücken, Kokoshälften, Korkröhren und Papprollen sind nur ein paar von vielen Möglichkeiten, um dem Hamster genügend Entertainment zu verschaffen. Im Zoofachhandel gibt es viele verschiedene Spielmöglichkeiten für Hamster zu kaufen, selbst Schaukeln oder Wippen gibt es. Beliebt sind auch Grasnester, die der Hamster als Haus verwenden oder aber zernagen kann.
Natürlich kann man aber auch trockene Äste selber sammeln. Diese sollte man aber vor der Verwendung gründlich mit heißem Wasser abwaschen und danach ausgiebig trocknen lassen, um möglichst viele Keime und Ungeziefer abzutöten, damit man sich keine Parasiten von draußen einschleppt!
Mit Drainagerohren aus dem Baumarkt (die gelben) kann man dem Hamster ein richtiges Tunnelsystem bauen, in dem er herumflitzen kann. Allerdings sollte man darauf achten, dass zwischendurch immer wieder Ruhemöglichkeiten bestehen - die Rohre sollten nicht zu lang sein. Drainagerohre haben Löcher, so dass die Tunnel auch belüftet werden, und sind um einiges besser geeignet als Hamstertunnel aus dem Fachhandel, die meistens zu eng sind.





