Beim Tierarzt
Leider kann es immer mal passieren, dass es einem Tier nicht gut geht. Entweder es hat sich eine Krankheit von seinem Menschen eingefangen, etwas falsches gefressen oder irgendetwas anderes stimmt nicht. Sobald man das Gefühl hat, dass ein Tier sich anders benimmt als sonst, sollte man sofort mit ihm zum Tierarzt fahren. Hat kein Tierarzt mehr auf, kann man bei der Notdienstsuche eine Tierklinik oder einen tierärztlichen Notdienst in der Nähe finden.

Im Idealfall sollte man bereits bei der Anschaffung des Tieres eine geeignete Transportkiste gekauft haben. Solche Kisten gibt es in unterschiedlichen Größen für alle Arten von Nagern, denn natürlich braucht ein Kaninchen mehr Platz als eine Ratte. Wenn man keine Transportkiste hat, tut es auch ein Schuhkarton oder eine ähnliche Kiste in dem Tier entsprechender Größe, in den Deckel macht man kleine Löcher damit das Tier atmen kann.
Versucht möglichst, den Tierarztbesuch zu einer Zeit zu planen, in der das Tier normalerweise aktiv ist, damit ihr es nicht unnötig wecken müsst. Bei einem Notfall ist das natürlich etwas anderes, wobei einem ein solcher im Normalfall ja gerade dann auffällt wenn das Tier wach ist - wenn es gerade seine Ruhephase hat und schläft sieht man es ja meist nicht.
In die Transportkiste kann man ein kleines Tuch oder ein altes Kleidungsstück legen. So hat das Tier in seiner Box nicht nur eine weiche Unterlage, sondern auch auch den Geruch seines Herrchens bzw. Frauchens. Manche Tiere sind dadurch ruhiger. Falls der Tierarzt in der Nähe und zu Fuß erreichbar ist, die Transportkiste unbedingt vor Luftzug schützen.
Leider wird man noch immer bei manchen Tierärzten seltsam angesehen, wenn man mit Kleinnagern ankommt. Versucht einfach, es zu ignorieren, wenn das Muttchen im Wartezimmer zu ihrem Golden Retriever sagt, dass der Hamster doch ein leckerer Happen zwischendurch wär, oder die Kommentare von dem netten Opi, der erzählt dass man zu seiner Zeit Kaninchen gegessen hat statt sie zu verhätscheln. Sie wissen es halt nicht besser.
Sind kleine Kinder im Wartezimmer, dann müsst ihr damit rechnen dass sie neugierig sind und in die Box hineinschauen wollen, um zu sehen was darin sitzt und das Tier eventuell auch streicheln möchten. Das solltet ihr jedoch in dem Moment nicht erlauben, denn das Tier ist durch den Tierarztbesuch sowieso schon gestresst und braucht keine zusätzliche Aufregung.
Dem Tierarzt selber solltet ihr vertrauen können. Genau wie bei einem “echten” Arzt ist es auch hier wichtig, dass man sich wohlfühlt und sein Tier in guten Händen weiß. Eventuelle Fragen könnt ihr euch gut vorher aufschreiben, damit ihr sie nicht vergesst wenn ihr dann beim Tierarzt seid.
Nachfolgend eine kurze Auflistung von Anzeichen, bei denen man so schnell wie möglich zum Tierarzt gehen sollte:
- Durchfall
- struppiges Fell
- kahle Stellen im Fell
- Wunden oder Krusten
- Gewichtsverlust
- Nase oder Augen verklebt
- Schnupfen, Husten
- After schmutzig oder verklebt
- Knubbel unter der Haut - Tumore
- Krallen zu lang
- Zähne abgebrochen
- Tier schläft mehr als sonst
Das ist natürlich nur eine kurze Liste und es gibt sicher noch mehr Anzeichen. Der Tierhalter selber kennt sein Tier aber meistens am besten und merkt recht schnell wenn es sich anders verhält als sonst, zumindest wenn man einen guten Bezug zu seinem Tier hat.
Beim Beginn des Termins sollte man dann dem Tierarzt eine kurze Zusammenfassung über das Tier geben:
- Alter des Tieres
- Gewicht des Tieres
- Geschlecht des Tieres
- Krankheitsanzeichen beschreiben (Grund für den Besuch)
- Evtl. frühere Krankheiten
- Was hat es gefressen - könnte evtl. eine Vergiftung vorliegen?
- Medikamente die das Tier bekommt oder bekommen hat
Während der Untersuchung gut aufpassen und sich alles genau erklären lassen und evtl. auch aufschreiben. Wenn das Tier Medikamente kriegen soll, ist das besonders wichtig - auf die Dosierung achten. Fragt nach, wann sich eine Besserung einstellen sollte und wann ihr wiederkommen sollt, wenn keine Besserung eintritt. Auch solltet ihr euch informieren, ob ihr füttern dürft wie sonst auch oder ob ihr eine spezielle Diät beachten müsst.
Muss ein Tier operiert werden, so behält der Tierarzt es häufig einen Tag lang zur Kontrolle da. Bringt eurem Liebling etwas mit das nach euch riecht oder ein wenig von seiner eigenen Streu, damit er sich nicht zu einsam fühlt. Nach der Operation braucht das Tier noch einige Tage lang unbedingte Ruhe. Eine Rotlichtlampe kann helfen Wärme zu spenden und zur Heilung beitragen.
Der schlimmste Fall tritt immer dann ein, wenn die Diagnose unheilbar lautet. Leider bekommen viele Kleinnager häufig Tumore, die dann nicht mehr operabel sind. Auch andere Krankheiten können das Tier so sehr quälen, dass es kaum mehr Lebensqualität hat. In diesem Fall sollte man sich dazu entscheiden, dem Tier weitere Qualen zu ersparen, auch wenn es schwer fällt.



